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Moritz Eggert

Neuigkeit: Die neue CD von Moritz Eggert "wide unclasp" ist nun erhältlich.

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Die Stationen aufzuzählen, die Moritz Eggert während seiner Karriere als Pianist und Komponist bisher durchlaufen hat, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen - fest steht: der 1965 geborene Eggert ist ein rastloser Geist, immer auf der Suche nach neuen musikalischen Herausforderungen. Für seine Opern, Musiktheater- und Ballett-Aufführungen hat er bereits zahlreiche Preise erhalten, darüber hinaus ist er Mitorganisator des A*Devantgarde Festivals für neue Musik junger Komponisten, das bereits sieben Mal stattfand.

Zu seinen jüngsten Projekten gehören eine große Kinderoper für das Frankfurter Opernhaus (zusammen mit Andrea Heuser, "Dr. Popels fiese Falle", UA Juni 2002), und ein Liederzyklus (Wide unclasp) für Jazz-Ensemble (die CD ist im August 2003 beim Label “between the lines" erschienen) sowie die Fortsetzung der “Hämmerklavier"-Stücke (Hämmerklavier XV), in Arbeit sind 2 neue große Opern mit den Regisseuren Hans Neuenfels und Claus Guth.

Die Agentur JS management vertritt sein Jazz-Projekt Wide unclasp, eine Heimsuchung in 12 Liedern nach Texten von Anne Sexton und William Shakespeare. Wide unclasp ist ein erneuter Aufbruch zu neuen Ufern, dazu Eggert: “Mich reizte die Idee, ein Werk zu schreiben, das sich dem Thema Notation / Improvisation stellt, und zu versuchen, hier einen neuen Ansatz zu entwerfen."

Erläuterungen zu "wide unclasp":

Das Winchester-Haus ist ein sehr merkwürdiger labyrinthiner Ort in der Nähe von San Francisco: Hier lebte die Erbin der Winchester-Gewehrfabrik, die sich unter dem Fluch der durch die Winchester-Gewehre Getöteten wähnte, und daher aufgrund eines Ratschlags einer Spiritistin ein Haus bezog, “in dem der Klang der Hämmer und Sägen niemals aufhören soll", d.h. das niemals fertiggebaut wurde. 38 Jahre (bis zu ihrem Tod mit fast 90 Jahren - anscheinend half der Rat!) lebte Mrs. Winchester in diesem riesigen Anwesen, das aufgrund ihrer zum Teil sehr seltsamen Anweisungen ständig weiter-, über und umgebaut wurde, und das bis heute als eine Art real existierende Vision eines M.C. Escher erhalten ist - 160 Zimmer, 13 Badezimmer, 47 Kamine, 10.000 Fenster, 52 Dachlichter, 2.000 Türen und 40 Schlafzimmer. Und es wären noch mehr, wenn nicht ein Erdbeben einen Teil des Hauses zerstört hätte.

Das ganze Haus ist wie die Verkörperung eines komplexen Innenlebens - Treppen enden sinnlos in der Decke, Türen führen nirgendwo hin oder nach draußen (allerdings vom 4. Stock, ohne Balkon, zu einem fatalen Sturz). Es gibt kein vergleichbares Haus auf der ganzen Welt, und es zählt, wenig überraschend, zu den “top 10 haunted houses of the world".

Im nie benutzten Ballsaal gibt es 2 seltsame Fenster mit Shakespeare-Zitaten: "Wide unclasp the tables of their thoughts" und "these same thoughts people your dreams". Die Zitate sind aus 2 verschiedenen Shakespeare-Stücken, und eigentlich gibt es keinen Zusammenhang. Die geheime Bedeutung dieser Zitate für sie nahm Sarah Winchester mit ins Grab.

Kurz vor ihrem Selbstmord im Jahre 1974 schrieb die amerikanische Lyrikerin Anne Sexton einige Gedichte, in denen sie sich auf sehr persönliche Weise mit dem Thema "Gott" auseinandersetzt (unter dem Titel "The awful rowing towards god" als Zyklus erschienen). In diesen Gedichten gibt es sehr oft Assoziationen zu Räumen, ja zu ganzen Häusern, die sich mit schrecklichen, komischen, skurrilen Erinnerungen füllen. Anne Sexton ist auch hier scheinbar auf dem Rückzug in ein inneres Gedächtnishaus von immensem Ausmaß - gleichzeitig fasziniert aber auch die sanfte Ironie, die in den Gedichten jegliches aufkommendes Pathos verhindert.

In "wide unclasp" wird die Sextonsche Innenwelt mit den labyrinthischen Gängen des Winchester-Hauses konfrontiert. Die Auswahl der Texte erzählt eine Geschichte, die kryptisch und offen zugleich ist. Eingerahmt wird der Zyklus von der Vertonung der Shakespeare-Zitate ("wide unclasp" und "these same thoughts").

Konzerttermine mit "wide unclasp":

27. Juni 2003 München, 5-Höfe Konzerte

30. August 2003 Eisenach, Wartburg, Horst Lippmann-Festival

19. Oktober 2003 Frankfurt, hr Sendesaal

 

 

Website von Moritz Eggert